Bild: NOW [M]
Maria Unger 2.0 – warum eine Stadt ohne Symbolfigur zum Schwarm wird und Reverse Leadership
#Maria #Unger 2.0 – warum eine Stadt ohne #Symbolfigur zum #Schwarm wird und Reverse Leadership
#Gütersloh, 29. November 2025
Es gibt Städte, die funktionieren nur mit #Führung – und #Städte, denen schon das Wort »Führung« Angst macht. Letztere arbeiten deshalb mit Stellvertretern des Führens: #Verwaltung, #Gremien, #Leitlinien, #Masterpläne, #Leitbilder, #Arbeitskreise, #Workshops, digitale #Dialogplattformen, #Bürgerbeteiligungsgeneratoren. Kurz: #Ersatzhandlungen.
Was aber fehlt, ist eine #Figur, an der sich alle ausrichten können. Kein #Kommandant, keine #Dirigentin, kein #Platzhirsch – sondern das, was man eine Symbolfigur nennt. Eine Person, die nicht stärkt, indem sie handelt, sondern indem sie existiert. Jemand, der nicht führt, sondern Orientierung ausstrahlt.
Es gab einmal eine solche Figur. #Rot wie ein #Markierungslicht, das aufblinkt, wenn man sich in der Provinz verirrt. Eine #Bürgermeisterin, die eigentlich gar nicht geführt hat – aber der man trotzdem folgte. Weil sie eine #Ikone war. Eine Art lebendiger #Farbakzent in einer ansonsten fahrlässig entsättigten Stadtlandschaft. Sie war nicht kompetent, nicht visionär, nicht politisch brillant – aber sie war präsent.
Und Präsenz, das zeigt die #Schwarmtheorie, genügt vollkommen.
#Reverse #Leadership – die Kunst des Geführtwerdens durch Wahrnehmung
Das Gegenmodell zur modernen Verwaltungsmaschine ist etwas, das in keiner Managementschule gelehrt wird: Reverse Leadership.
Die Idee ist simpel und dennoch radikal: Eine #Führungsperson führt nicht, weil sie #Entscheidungen trifft. Sondern weil andere sich an ihr ausrichten – unbewusst, freiwillig, fast instinktiv. So wie ein #Leuchtturm nicht steuert, aber die #Schiffe dennoch navigiert. So wie ein #Kardinalfisch nicht kommandiert, aber der #Schwarm ihm folgt. So wie eine #Ikone kein #Programm braucht, um wirksam zu sein.
Reverse Leadership ist das Gegenteil der »flachen Hierarchien«, die man sich heute wie #Feng #Shui #Möbel in Amtsstuben stellt. Eine Hierarchie ohne Chef ist nur ein Schwarm – und Schwärme, das wissen wir, kippen schnell ins Irrationale.
Wenn die Symbolfigur verschwindet, entsteht ein #Vakuum
Und Vakuum ist tödlich. Nicht nur in der #Physik. Auch in der #Provinz. Als die Ikone im roten Blazer von der politischen Bühne abtrat, blieb kein Platz frei – sondern ein Sog entstand. Ein Sog, in den alles hineinfiel: Ambitionslose Amtsverwalter, Bürgermeister in Schwarzweiß, Figuren, die aussehen wie Bürgermeister, sich aber verhalten wie Verwaltungsanhängsel, jene merkwürdige Form der provinziellen Selbstverwaltung, die sich für #Demokratie hält, Schwärme ohne Führung, die glauben, Führung sei gefährlich.
Der Verlust einer Symbolfigur führt nicht zur #Freiheit, sondern zur Schwarmwerdung. Ohne Leuchtturm flackern #Laternen. Ohne Präsenz entsteht ein psychologisches Tiefdruckgebiet.
Schwacher Bürgermeister gleich schwacher Schwarm
Das #Feuilleton liebt das Leichte, aber hier wird es schwer: Eine Stadt, die glaubte, führungsskeptisch zu sein, ist längst führungslos. Und aus Führungslosigkeit entsteht stets dieselbe Dynamik: Die Verwaltung wird zum heimlichen Hofstaat. Der Bürgermeister wird zum Zeremonienmeister ohne #Zeremonie. Verantwortung diffundiert wie #Gas. #Wahrhaftigkeit löst sich auf wie #Zucker in #Tee. #Mut, #Wort und #Anstand werden durch #Prozesse, #Formulare, #Vorlagen ersetzt.
Und der Schwarm? Er beginnt, sich selbst zu fressen.
Eine Stadt ohne Führung erinnert an eine #Kompanie ohne #Offiziere. Die #Soldaten sind nicht böse, nicht dumm, nicht unfähig – sie sind führerlos. Und damit nicht mehr rational. Sie formieren sich nicht, sie taumeln.
Das Ergebnis kennt man: Kein Projekt gelingt. Kein Wort gilt. Kein Gesetz wirkt. Keine Vision hält länger als eine PowerPoint.
Maria Unger 2.0 – eine Figur, die fehlt, obwohl sie nicht existiert
Der Ruf nach einer »Maria Unger 2.0« ist kein nostalgischer Spleen – sondern ein Symptom. Es ist der Ruf nach Orientierung, nicht nach Politik. Nach Präsenz, nicht nach Programmen. Nach einer Figur, die durch bloßes Dasein Ruhe erzeugt.
Natürlich müsste die Ikone von heute anders aussehen. Sie dürfte nicht mehr nur rot tragen, sondern müsste die Farbe selbst sein. Ein Katalysator, ein Resonanzkörper, ein menschliches Gegenmittel gegen den neurotischen Schwarm.
Es müsste eine Person sein, die nicht taktisch denkt, nicht schwärmt, nicht ängstlich laviert, nicht die Verwaltung führen lässt, nicht mit der Wahrheit ringt, sondern sie ausspricht. Eine, die nicht modern ist, sondern zeitlos. Eine, die nicht digital ist, sondern real. Eine, die versteht, dass eine Stadt ein #Organismus ist – aber nur dann, wenn man sie nicht sich selbst überlässt.
Reverse Leadership funktioniert – alles andere ist Verwaltungstheater
Der Hofstaat ohne #König ist lächerlich. Die Verwaltung ohne Bürgermeister ist gefährlich. Und #Demokratie ohne Figur ist ein mechanischer Schwarm. Eine Stadt braucht keine starke Hand. Sie braucht eine starke Geste. Eine starke Haltung. Ein starkes Gesicht, das nicht kontrolliert, sondern Orientierung ist.
Das ist »Maria Unger 2.0«.
Keine Retterin.
Keine Selbstdarstellerin.
Keine Technokratin.
Sondern eine Person, die durch Existenz führt.
Reverse Leadership – die vergessene #Kunst der Provinz.
